Mit uns wäre es anders gewesen | Éliette Abécassis

Das Buch steht auf einer Bank aus Holz. Im Hintergrund Wiese, der Rhein und die Kranhäuser in Köln
Das Buch steht auf einer Bank aus Holz. Im Hintergrund Wiese, der Rhein und die Kranhäuser in Köln.

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Amélie und Vincent lernen sich als Studenten an der Sorbonne in Paris kennen. Sie verstehen sich auf Anhieb gut und verbringen eine Nacht zusammen, in der sie an der Seine spazieren gehen. Kurz vor dem Abschied verabreden sie sich für den nächsten Tag. Vincent ist pünktlich. Amélie wird von ihren Selbstzweifeln und Unsicherheiten aufgehalten und so verpassen sich die beiden. Es vergehen Jahre, in denen beide andere Wege gehen, Familien gründen und ihr ganz persönliches Glück suchen. Doch erst der Zufall, später das Internet, führen dazu, dass die beiden sich immer wieder begegnen. Doch so einfach, wie es sein könnte, ist es nicht, denn mittlerweile steht etwas noch viel Größeres zwischen ihnen als ihre Unsicherheit: das Leben. 

“Das Schicksal entsteht, so scheint es, aus einer Kurzschlusshandlung, einem winzigen Detail, das uns in diese oder jene Richtung abbiegen lässt. Ein Würfelwurf, der vielleicht nicht den Zufall abschafft, aber letztlich doch alles bestimmt.”

Éliette Abécassis

Was passiert, wenn man den richtigen Menschen zur falschen Zeit trifft? Von dieser Frage handelt Éliette Abécassis Roman “Mit uns wäre es anders gewesen”. Die französische Autorin erzählt von verpassten Chancen, unerfüllten Sehnsüchten und davon, wie wir uns oft selbst im Weg stehen und somit am Glück hindern. 

Obwohl das Buch nur 144 Seiten hat, ist die Geschichte von Amélie und Vincent unheimlich intensiv erzählt. Mir kam es hinterher so vor, als hätte ich ein viel dickeres Buch gelesen. Ich finde es grandios, wie die Autorin es schafft, das Erzählte so sehr auf das Wesentliche zu konzentrieren und gerade dadurch doch so viel mehr erzählt. 

Generell gefällt mir Éliette Abécassis Erzählstil richtig gut. Der Roman ist spannend geschrieben und ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Amélie und Vincent weitergeht. Immer wieder bringt Abécassis wichtige Ereignisse wie den Jahreswechsel 1999/2000 oder den 11. September 2001 mit ein. Dadurch wird verdeutlicht, dass die Welt sich unaufhörlich weiter dreht und verändert, so wie sich auch die Figuren weiterentwickeln.

Mir persönlich sind realistische Enden immer sehr wichtig und eine Geschichte braucht für mich kein Happy End, um ein gutes Ende zu haben. Deswegen kommt es selten vor, dass ich beim Lesen auf ein Happy End hoffe. Weil ich Amélie und Vincent aber so sehr mochte, habe ich beim Lesen dann doch richtig mitgefiebert und auf ein glückliches Ende für die beiden gehofft. Ob es eingetroffen ist? Das müsst ihr selbst lesen.

“Mit uns wäre es anders gewesen” hat mich sehr begeistert, aber auch nachdenklich zurück gelassen. Mir hat der Roman  richtig gut gefallen und er gehört definitiv zu meinen Lesehighlights in diesem Jahr. Hoffentlich werden von Éliette Abécassis noch weitere Romane übersetzt. 

Mit uns wäre es anders gewesen | Éliette Abécassis | Übersetzung: Julia Schoch | 2021 | 144 Seiten | ARCHE Verlag | Hardcover | 18€ | ISBN: 978-3716027974

*kostenloses Rezensionsexemplar 

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