[Kurzrezension] Alte Sorten von Ewald Arenz

 

Vor drei Tagen habe ich “Alte Sorten” beendet und bin noch immer ganz beseelt von dieser tiefgründigen und emotionalen Geschichte, die ganz unaufgeregt und in leisen Tönen erzählt wird. Sally ist jung, voller Wut und auf der Flucht vor allen, die ihr sagen, was sie tun soll. Liss ist einige Jahre älter, lebt sehr einsam und zurückgezogen auf ihrem Hof, lenkt sich mit harter Arbeit ab und ist trotzdem nicht wirklich glücklich. Als diese beiden Frauen aufeinander treffen, entsteht eine tiefe Freundschaft, in der beide alte Wunden überwinden und lernen müssen, zu vertrauen.

Neben Freundschaft und Vertrauen, geht es in “Alte Sorten” aber auch um Unabhängigkeit, Freiheit und Selbstbestimmtheit. Dieser Aspekt hat mir besonders gut gefallen, da es Themen sind, mit denen ich mich auch immer wieder beschäftige.

Doch Ewald Arenz schafft es nicht nur, viele Gefühle in seinen Zeilen zu vermitteln, sondern er lässt einen beim Lesen auch den Geschmack der Birnen schmecken, frisch gebackenes Brot riechen und den Wald und Herbst vor dem inneren Auge lebendig werden. Gleichzeitig steht diese enge Verbundenheit zur Landwirtschaft und der Natur auch für die Kraft des Lebens und des Neubeginns. Eine überaus gelungene Symbiose.

“Alte Sorten” ist ein absolutes Lesehighlight in diesem Jahr und bekommt einen Platz auf dem Stapel meiner Lieblingsbücher!

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