Erfahrungsbericht: Auf Grund der DSGVO bin ich von Blogspot zu WordPress umgezogen

DSGVO Blogumzug Blogspot Wordpress

 

In den letzten Tagen bin ich mit meinem Blog von Blogspot zu einem selbstgehosteten Blog auf WordPress umgezogen. Der ausschlaggebende Grund dafür diesen Schritt nun endlich zu gehen, ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), welche ab dem 25. Mai 2018 umgesetzt werden muss.

Ich war lange Zeit mit Blogspot zufrieden und für meine Bedürfnisse hat die Blog-Plattform von Google ausgereicht. Es gab zwar immer wieder Dinge, die ich bei WordPress-Blogs besser fand, aber zu groß erschien mir die Hürde eines Umzugs und des Umstiegs auf eigenen Webspace. Nun bin ich den Schritt aber gegangen und es war viel einfacher, als ich dachte. Meine vorherigen Ängste haben sich alle als unbegründet erwiesen. Da ich jetzt schon mehrfach von anderen Bloggern auf den Blogumzug angesprochen wurde, möchte ich euch von meinen Erfahrungen mit dem Umzug von Blogspot auf WordPress berichten.

Deswegen an dieser Stelle ein wichtiger Hinweis; ich bin weder Juristin, noch Datenschutzbeauftragte, noch WordPress-Expertin. Alle Angaben stellen keine Rechtsberatung dar, sondern beruhen lediglich auf meinen Erfahrungen und sind vollkommen ohne Gewähr. Nachmachen erfolgt also auf eigene Gefahr.

Die erste Annäherung an WordPress

Vor kurzem habe ich beschlossen einen zweiten Blog mit den Themen Wandern, Reisen und Köln zu starten. Hier war für mich völlig klar, dass nur ein selbstgehosteter Blog auf WordPress in Frage kommt. Also habe ich angefangen mich einzulesen, habe mich für einen Provider (all-inkl.com) entschieden und losgelegt. Auf der Homepage von all-inkl.com wird gut erklärt, wie man eine Datenbank anlegt und den Blog einrichtet. Im Grunde sind es nur ein paar Klicks. Es hat alles gut geklappt und wandermomente.de konnte vor kurzem online gehen. Gut geholfen hat mir dabei auch “Die ultimative WordPress Checkliste für Anfänger” von Miss Webdesign.

Gestärkt durch diese gute Erfahrung habe ich dann auch beschlossen, mit Literameer von Blogspot zu WordPress umzuziehen. Die DSGVO lässt sich nicht ignorieren und die Möglichkeiten, den Blog bei Blogspot so einzurichten, dass alles DSGVO-Konform ist, sind kaum vorhanden, da es einfach zu viele Unsicherheiten gibt wo Google überall Daten der Besucher*innen speichert. Google hat inzwischen zwar angekündigt, noch nachzuziehen, aber wie genau das aussehen wird und ob die Maßnahmen bis zum Stichtag umsetzbar sind ist unbekannt. Das war mir zu unsicher. Also Tschüß Blogspot, es war schön mit dir. Eine gute Übersicht zum Thema Blogspot und DSGVO gibt es auf dieser Checkliste von Blogmojo.

Der Wechsel der Domain von united-domains zu all-inkl.com

Da ich auf meinem Webspace bei all-inkl.com noch massig Platz habe und gute Erfahrungen mit diesem Provider gemacht habe, habe ich beschlossen auch Literameer hier zu hosten. Da ich die Domain Literameer.de aber bei einem anderen Provider hatte, musste ich mich zu erst um den Umzug der Domain kümmern. Hierfür konnte ich um Kundenbereich von United Domains einfach ein Formular runterladen und die Freigabe der Domain beantragen. Der Support hat den Antrag innerhalb von 24 Stunden bearbeitet und mir den benötigten Auth-Code zugesendet. Nun konnte ich bei all-inkl.com den Wechsel durchführen. Wie das genau funktioniert wird in den FAQ gut erklärt.

Wenige Minuten nachdem ich den Wechsel bei all-inkl.com in Auftrag gegeben habe, war die Seite Literameer.de schon nicht mehr zu erreichen. Nun dauerte es einige Stunden, bis alle Datenbankeinträge und Server aktualisiert waren und die Domain wirklich bei all-inkl.com lag. Laut Support kann dies bis zu 24 Stunden dauern, bei mir hat es etwa 6 Stunden gedauert.

Bei Blogspot habe ich dann unter Einstellungen – Grundlegende Einstellungen – Veröffentlichung meine persönliche Domain entfernt. Der Blog war dann nicht mehr an die Domain gekoppelt und über die allgemeine Blogname.blogspot.com Adresse erreichbar.

Das Einrichten des neuen Blogs bei WordPress

Im nächsten Schritt habe ich eine neue WordPress-Installation eingerichtet. Die Arbeitsschritte kannte ich ja noch vom letzten Mal. Man kann die benötigte Datenbank entweder nach der Anleitung beim Provider selbst anlegen und einrichten, oder die 1-Click-Installation nutzen. Ich habe mich für Zweiteres entschieden. Das ist einfach gewesen und lief fast schon selbsterklärend. Wie das genau funktioniert, wird hier gut erklärt: “ALL-INKL.COM: WordPress installieren in nur 4 Schritten“.

Umzug des Blogs mit allen Artikeln und Kommentaren von Blogspot zu WordPress

Nun stand also mein neuer WordPress-Blog bereit und als erstes habe ich das von mir ausgewählte Theme installiert und einige grundlegende Einstellungen vorgenommen. Bevor ich aber zu viel Arbeit reinsteckte, wollte ich erst den Transfer meiner Artikel und Kommentare von Blogspot zu WordPress vornehmen. Zuerst habe ich mir in den Einstellungen bei WordPress ein Backup gezogen, sicher ist schließlich sicher.

Dann habe ich die Daten bei Blogspot exportiert. Dies geht unter Einstellungen — Sonstiges — Importieren und Sichern. Dort habe ich dann “Inhalte sichern” angeklickt und konnte alle Beiträge, Seiten, Tags und Kommentare in einer Tabelle auf meinen Computer laden.

Die Daten lassen sich bei WordPress ganz einfach wieder hochladen. Klicke dazu einfach auf “Werkzeuge” und dann auf “Daten importieren”. Dort erscheint dann ganz oben in der Liste der “Blogger Konverter”. Mit einem Klick auf “Import ausführen” öffnet sich ein neues Fenster und die soeben bei Blogspot erstellte Datei kann nun hochgeladen werden. Dies hat nur einen kurzen Moment gedauert. Ich konnte dann noch den Autor der Artikel auswählen.

Es lassen sich übrigens auch die Daten mehrerer Blogs importieren. Dazu werden einfach auf allen Blogs bei Blogspot die Daten exportiert und dann nacheinander wie beschrieben bei WordPress hochgeladen. Das hat bei mir problemlos funktioniert und ich konnte so nicht nur die Inhalte von Literameer, sondern auch die Inhalte meines alten Blogs *LIVE.LOVE.READ hier importieren, so dass ich nun alle Artikel und vor allem Rezensionen meines Blogger-Daseins an einem Ort habe.

DSGVO Blogumzug Blogspot WordPress

Eine Weiterleitung von Blogspot zu WordPress einrichten

Diesen Schritt habe ich vor lauter Freude darüber, dass alles gut geklappt hat, erst einmal verpennt. Es lohnt sich aber eine Weiterleitung einzurichten. Klickt jetzt jemand auf einen alten Link, der noch zu Blogspot führt, kann er/sie so auf den neuen Blog weitergeleitet werden. Somit gehen keine Leser*innen verloren. Zudem erhält man sich so auch das mit den Artikeln bereits erreichte Ranking bei Suchmaschinen.

Um doppelte Inhalte und eine damit verbundene Abstrafung von Google und anderen Suchmaschinen zu vermeiden, habe ich die Blogs bei Blogspot “unsichtbar” geschaltet, so dass sie nicht mehr aufgerufen werden können. Die Einrichtung einer Weiterleitung steht also noch auf meiner To-Do-Liste.

Let the Fleißarbeit begin!

So, der Blog steht, die Weiterleitung ist aktiviert und alle Daten sind nun auch an Ort und Stelle. Nun beginnt die eigentliche Fleißarbeit.

Beim Import der Daten wurden alle vergebenen Tags automatisch zu Kategorien. Und auch die bisherigen Kategorien wurden den Kategorien zugefügt. Somit hatte ich auf einmal zahlreiche Kategorien und jede Menge Chaos. Ich habe dann alles manuell neu sortiert, also die Artikel den neuen gewünschten Kategorien zugeordnet, alte Kategorien gelöscht und neue Tags vergeben. Das hat mich einige Stunden Zeit gekostet. Auf Twitter bekam ich den guten Tipp, dass es für diese Sortier-Arbeit auch Plugins gibt. Da war ich allerdings schon fast fertig und habe mich nicht mehr mit der Suche nach einem Plugin aufgehalten.

Auch die Beiträge müssen alle überarbeitet werden. Viele Formatierungen wurden zerschossen. Die Bilder wurden zwar übernommen, sind aber zum Teil jetzt doppelt enthalten. Zudem haben die Bilder zum Teil keine gute Bildqualität mehr und sind sehr pixelig. Hier werde ich die Bilder also manuell hochladen und austauschen. Ebenfalls lohnt es sich ausgehende Links auf ihre Aktualität zu prüfen. Hierfür gibt es aber Plugins wie den Broken Link CheckerAuch dies wird mich insgesamt noch einige Stunden Arbeit kosten, denn ich bin noch lange nicht fertig damit.

Meinen Rezensionsindex muss ich ebenfalls neu anlegen und alle Rezensionen entsprechend wieder verlinken. Hiermit bin ich noch nicht fertig und werde auch hierfür etwas Zeit brauchen.

Bislang kann ich sagen, dass die Dinge vor denen ich am meisten Angst hatte, wie das einrichten einer Datenbank und die Installation von WordPress, sowie der Im- und Export der Daten am wenigsten Zeit in Anspruch genommen haben. Für die ganze noch anstehende Fleißarbeit sollte man aber einiges an Zeit einplanen, denn das ist nicht mal eben so erledigt.

Die DSGVO – Kein Grund zur Panik!

Der ausschlaggebende Grund für meinen Umzug von Blogger zu WordPress war ja die DSGVO. Als ich zum ersten mal davon gehört habe, dachte ich das würde auf mich gar nicht zutreffen. Dann merkte ich, dass ich wie alle Blogger auch davon betroffen bin. Nachdem ich mich zum ersten mal eingelesen habe, kam mir alles furchtbar kompliziert vor. Doch je mehr ich mich damit beschäftigt habe, umso klarer wurde mir dass Panik nun auch nichts bringt.

Mit WordPress lassen sich die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung gut umsetzen. Einen sehr guten Überblick über alles, was wichtig ist, gibt es in der DSGVO-Checkliste und Linksammlung von Blog your thing.
Sehr hilfreich ist auch die DSGVO-Linksammlung von Blogmojo. Hier gibt es viele nützliche weiterführende Links.

Um den Überblick nicht zu verlieren, habe ich mir eine To-Do-Liste erstellt mit allen wichtigen Punkten. Bei der Einrichtung des Blogs hat mir dies sehr geholfen und ich konnte zum Beispiel die nötigen Plugins direkt installieren und einrichten. Ein paar Punkte sind auf meiner To-Do-Liste noch offen, aber bis zum 25. Mai ist ja auch noch etwas Zeit.

Die Auswirkungen der DSGVO auf die Fotografie

Wichtig für alle, die gerne Bilder von unterwegs für Instagram oder auch von Lesungen, Barcamps oder anderen Veranstaltungen machen ist auch, dass die DSGVO auch Auswirkungen auf die Anfertigung von Fotografien hat. Denn auch eine Fotografie bedeutet, dass man Daten von einer Person anlegt. Viele Handys und Digitalkameras speichern nicht nur Datum und Uhrzeit der Aufnahme, sondern auch Geotags. Somit erhält man eine Menge an Informationen über eine Person. Denkt man nun noch einen Schritt weiter, so lässt sich mit entsprechender Gesichtserkennungssoftware ja auch schnell rausfinden, wer da auf dem Bild ist. Das klingt vielleicht futuristisch, ist technisch aber möglich. Auf einer Lesung oder einem Bloggertreffen mal eben ein paar Bilder zu machen, auf welchen Menschen zu sehen sind, ist also nicht mehr so einfach wie bisher möglich. Einen interessanten Artikel inklusive weiterführender Links hat zu dem Thema der Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht Lars Rieck auf seinem Blog veröffentlicht: Wissen zur DSGVO – 7 Tipps für Fotografen

Et kütt wie et kütt äver et hätt noch emmer joot jejange

Es kommt wie es kommt aber es ist noch immer gut gegangen. Dies sind die Artikel 2 und 3 des kölschen Grundgesetzes. Sie bedeuten soviel wie dass eben kommt, was kommt und auch wenn es Mist ist, kriegt man es schon irgendwie hin.

Mir hat es geholfen, mich in Ruhe und mit Bedacht mit dem Thema auseinander zu setzen. Panik zu schieben bringt nichts, damit macht man sich nur selbst unglücklich. Ich finde es generell gut, dass es zum Thema Datenschutz genauere Richtlinien gibt, denn ich bin ja nicht nur Bloggerin, sondern auch Userin und profitiere somit auch vom Schutz meiner Daten. Ich finde aber auch nicht alle Punkte der DSGVO gut und sehe an vielen Stellen noch Nachbesserungsbedarf. Von daher bin ich gespannt, wie sich die nächsten Monate bis Jahre diesbezüglich entwickeln werden.

Allen, die Angst haben mit dem Blog umzuziehen kann ich nur Mut zusprechen. Es ist wirklich einfacher, als gedacht, so ist zumindest meine Erfahrung. Vielleicht würden WordPress-Profis so einen Umzug ganz anders angehen, für mich als absolute Anfängerin hat auf diesem Wege aber alles gut geklappt und ich bin sehr froh, diesen Schritt gegangen zu sein.

4 Kommentare bei „Erfahrungsbericht: Auf Grund der DSGVO bin ich von Blogspot zu WordPress umgezogen“

  1. Ich muss noch meine Weiterleitung einrichten, aber ich habe derzeit, warum auch immer, keinen Zugriff auf mein FTP. Ich hoffe, das klappt demnächst. Ganz durch bin ich mit der DSGVO noch nicht, aber ich bin guter Dinge. #litnetzwerk

    LG
    Daggi

    1. Hi Daggi,
      Ich drücke dir die Daumen, dass es bald klappt.
      Bei mir fehlen auch noch ein paar Kleinigkeiten, aber ich bin ebenfalls guter Dinge und lasse mich von der ganzen Panik auch nicht anstecken.
      Liebe Grüße
      Julia

  2. Der kölsche Spruch trifft es perfekt! Ich bin auch die Ruhe selbst. Auch wenn mein theme google fonts noch aus dem Netz zieht und ich nicht diesen Haken bei den Kommentaren ergänzt habe. Bleibe ich entspannt. Die restl. Baustellen sind beseitigt und ob die zwei Sachen noch mache, weiß ich eh nicht.
    Zerschieß ich mir meine Optik, dass ich das mit den Fonts bleiben und bei den Kommis scheiden sich eh die Geister. Die einen sagen JA! die anderen Nope! Das ist doch logisch, dass da was gespeichert wird, wenn mna freiwillig einen Kommi hinterlässt @_@

    Trotzdem: Ein guter Schritt von blogspot weggegangen zu sein! Ich hab es damals auch nicht bereut 😀

    1. Hi Christin,
      im kölschen Grundgesetz gibt es eigentlich für jede Lebenslage einen passenden Spruch, deswegen mag ich es sehr.
      Den Haken bei den Kommentaren habe ich auf dem Schirm, aber muss ihn noch aktivieren. Ich wollte damit warten, bis es nicht mehr ohne geht.
      Die Fonts kannst du ja auch in deine eigene Datenbank hochladen, dann ist die Nutzung soweit ich weiß DSGVO konform, weil keine Daten mehr an eine andere Stelle dadurch übertragen werden.
      Liebe Grüße
      Julia

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