Die Sünde der Frau | Connie Palmen

In ihrer Essay-Sammlung “Die Sünde der Frau” stellt Connie Palmen vier Frauen vor: Marilyn Monroe, Marguerite Duras, Jane Bowles und Patricia Highsmith. Alle vier Frauen eint, dass ihre Leben geprägt waren von Originalität, Ruhm und Selbstzerstörung.

 

Auch wenn diese vier Frauen in ihrem Leben und Wirken auf den ersten Blick recht unterschiedlich wirken, so schafft die Autorin Connie Palmen es doch, einen konstanten roten Faden durch die vier Essays zu ziehen. Sie stellt die Leben der vier Frauen vor und lässt sich dabei von ihrem Ruhm und Glamour nicht blenden. Connie Palmen schaut nicht nur auf das Rampenlicht, sondern vor allem auf die Abgründe, welche sich dahinter auftun. Während des Lesens wird die individuelle Lebensgeschichte der jeweiligen Frau sehr deutlich und man erlebt zum Beispiel den Wandel des Mädchens Norma Jean Baker zur Kunstfigur Marilyn Monroe genau mit.

 

Ich fand die Essays teilweise sehr schmerzhaft zu lesen, denn all der Schmerz und das Leid, welches die vier Frauen in ihren Leben erfahren haben, wird deutlich. Ihre Geschichten sind geprägt von Verlust, unverarbeiteten Gefühlen, Drogen- und Alkoholmissbrauch, der Ablehnung der eigenen Person und dem manchmal schon zwanghaft wirkenden Versuch eine neue Person zu kreieren. Gleichzeitig entscheiden sich alle vier Frauen für eher unkonventionelle Lebenswege, welche sich nicht in eine Form pressen lassen und oft auch gegen die Konventionen ihrer jeweiligen Zeit verstoßen.

 

Auf der einen Seite zeigt Connie Palmen auf, wie kaputt die Persönlichkeiten von Marilyn Monroe, Marguerite Duras, Jane Bowles und Patricia Highsmith waren, sie zeigt aber auch, dass diese Frauen trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – eine besondere Stärke umgab, denn sie alle haben es geschafft, für die Außenwelt ein Wunschbild, eine Illusion, von sich zu kreieren – und sie alle haben einen Preis dafür bezahlt.

 

Obwohl sich “Die Sünde der Frau” sehr gut lesen lässt, ist das Buch keine einfache Lektüre, was an der Schwere der Thematik liegt. Mir haben die Essays sehr gut gefallen, denn Connie Palmen ist es sehr gut gelungen, gerade die dunklen Zeiten im Leben der Frauen genau zu beleuchten und somit ein sehr umfangreiches Bild von ihnen  zu zeichnen.

Die Sünde der Frau | Connie Palmen | Übersetzung: Hanni Ehlers | Diogenes | 2018 | In Leinen gebundene Ausgabe | 96 Seiten | ISBN: 978-3257070224 | Preis: 20€ 

4 Kommentare bei „Die Sünde der Frau | Connie Palmen“

  1. Hallo Julia,
    auf der Suche nach Essays bin ich auf diesen Beitrag gestoßen und du hast mir richtig Lust auf das Buch gemacht.
    Von der Autorin habe ich zwar schon etwas gehört, aber nich nichts gelesen.
    Mich interessieren Biographien von starken Frauen und ich finde es immer gut, wenn sie nicht so einseitig geschrieben sind, sondern vielschichtig die Persönlichkeit des Menschen darstellen.
    Liebe Grüße
    Kerstin

    #Litnetzwerk

    1. Hallo Kerstin,
      es freut mich, dass meine Rezension dich für das Buch interessieren konnte.
      Connie Palmen ist es in den Essays auf jeden Fall gelungen ein vielschichtiges Bild darzustellen, zumal sie eben auch die dunkleren Seiten sehr genau beleuchtet, die sonst in all dem Glamour ja gerne mal vergessen werden.
      LG
      Julia

  2. Hallo Julia,

    erstmal ein Kompliment zu deinem Blogdesign, es gefällt mir sehr gut. Dein Blog ist schön strukturiert und übersichtlicht.
    Deine Rezension konnte mich ebenfalls begeistern. Von Die Sünde der Frau habe ich auf Instagram schon so viel gelesen, aber deine Rezension hat jetzt den Ausschlag gegeben, dem Buch eine Chance zu geben. Essays habe ich sonst ganz gerne für das Studium gelesen, aber nicht privat – das ändert sich jetzt! 🙂
    Schön finde ich auch, dass du das Buch sehr reflektiert besprichst. Dass es nicht eben nur glücklich und toll ist, aber auch nicht nur negatives über die betrachteten Frauen berichtet.

    Lieben Dank also für die Leseempfehlung.
    Hab noch ein tolles #litnetzwerk!
    Liebe Grüße
    Nina

    1. Hallo Nina,

      vielen Dank für deine lieben Worte. Auf Übersichtlichkeit habe ich auch wert gelegt und ich bin froh, dass auch andere das so sehen, denn selbst sieht man sowas manchmal ja gar nicht so.

      Ich habe früher auch keine Essays privat gelesen, das kam erst im letzten Jahr, weil es da ja doch viele gute Texte gibt.
      Dann wünsche ich dir viel Spaß beim Lesen und beim kennenlernen dieser vier Frauen von einer anderen Seite.

      Liebe Grüße
      Julia

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