Die im Dunkeln sieht man doch | Barbara Vine

"Die im Dunkeln sieht man doch" Barbara Vine
"Die im Dunkeln sieht man doch" Barbara Vine

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1950 wird Vera Hillyard wegen Mordes als eine der letzten Frauen Englands zum Tode durch Erhängen verurteilt. Dieses Ereignis überschattet das Leben ihrer Familie bis heute. Durch die Anfrage eines Journalisten begibt sich Jahre später Veras Nichte, die Ich-Erzählerin der Geschichte, auf Spurensuche. Sie möchte nun endlich herausfinden was sich damals wirklich zugetragen hat und warum diese Ereignisse immer noch Auswirkungen auf das Leben ihrer Familie haben.

Die Inhaltsbeschreibung von “Die im Dunkeln sieht man doch” hat mich auf Anhieb angesprochen. Ich habe mir eine interessante und spannende Geschichte über eine irgendwie besondere Frau und ihre Familie erhofft. Gleichzeitig war dies auch mein erstes Buch von Barbara Vine, welche besser bekannt unter ihrem Namen Ruth Rendell ist.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr schwer gefallen, da die Autorin einen gleich mitten ins Geschehen wirft. Man wird auf Anhieb mit vielen Namen und Situationen konfrontiert, ohne dass in irgend einer Form erklärt wird, um wen es sich dabei genau handelt. Auch die Ich-Erzählerin wird nicht wirklich vorgestellt, so dass verborgen bleibt, wen man da eigentlich begleitet. Ich fand dies sehr anstrengend zu lesen und auch ziemlich verwirrend und habe das Buch nach 75 Seiten auf Seite gelegt.

Einige Wochen später habe ich “Die im Dunkeln sieht man doch” eine zweite Chance gegeben und das Buch noch einmal von vorne angefangen. Doch auch im zweiten Anlauf ist mir der Einstieg in die Geschichte wirklich sehr schwer gefallen. Auch jetzt ist es mir nicht gelungen, eine Beziehung zur Ich-Erzählerin aufzubauen und die vielen Namen und Personen fand ich verwirrend.

Barbara Vine spannt den Erzählbogen von der Gegenwart bis weit in die Vergangenheit, so dass sich Stück für Stück die Dramen der Familie Longley entblättern. Auch wen Vera denn nun umgebracht hat erfährt man erst gegen Ende der Geschichte. Bei mir ist dadurch leider keine Spannung aufgekommen, zu viele Fragen standen während dem Lesen im Raum und im Laufe der Geschichte werden nur einige beantwortet – andere bleiben auch am Ende offen.

Leider konnte mich “Die im Dunkeln sieht man doch” von Barbara Vine nicht überzeugen und ich war froh, dass ich das Buch nach dem Lesen der letzten Seite wieder zuschlagen konnte.

Die im Dunkeln sieht man doch | Barbara Vine | Übersetzung: Renate Orth-Guttmann | Diogenes | 2018 (Erstausgabe 1988) | Taschenbuch | 367 Seiten | ISBN: 978-3-257-24468-7 | 13,00 Euro

*Werbung: Dieses Buch habe ich kostenlos vom Verlag zu Rezensionszwecken erhalten.

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