Der Schatten | Melanie Raabe

Das Bild zeigt das Buchcover und schwarze Federn auf hellem Hintergrund
Das Bild zeigt das Buchcover und schwarze Federn auf hellem Hintergrund

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Um vor ihrer Vergangenheit zu fliehen, ist die Journalistin Norah von Berlin nach Wien gezogen. Auf der Straße wird sie von einer alten Bettlerin mit den Worten „Am 11. Februar wirst du am Prater einen Mann namens Arthur Grimm töten. Aus freien Stücken. Und mit gutem Grund.“ angesprochen. Für die meisten Menschen wäre dies einfach nur die Aussage einer vermeintlich verwirrten Frau, doch nicht vor Norah. Denn in ihrer Vergangenheit geschah in der Nacht des 11. Februars etwas Schreckliches…

Auch der dritte Krimi aus der Feder Melanie Raabes lebt vom besonderen Gespür der Autorin für Wörter und von ihrem besonderen Umgang mit Sprache. Sie hat einen sehr besonderen Schreibstil, welchen ich immer gerne lese. “Der Schatten” ist atmosphärisch sehr dicht und beim Lesen habe ich die Dunkelheit der Wiener Nacht und Norahs Angst und Beklemmung förmlich gespürt. An einigen Stellen verliert Raabe sich etwas zu sehr in der Schaffung der Atmosphäre, so dass die Geschichte dadurch ein wenig langatmig wirkt.

Norah hat mir als Protagonistin gut gefallen. Sie wird als Person sehr greifbar und hat klare Ansichten in Hinblick auf Gesellschaft und Politik. Stellenweise wirkt dies künstlich und aufgesetzt. Die Autorin selbst nehme ich in sozialen Netzwerken jedoch als Mensch mit Haltung wahr, was Norahs Haltung für mich dann doch wieder authentisch macht.

Die Geschichte selbst entwickelt sich eher langsam und man wird lange im Unwissenden gelassen. Sie nimmt einige sehr unverhoffte Wendungen und war für mich zu keiner Stelle vorhersehbar. Auch das Ende fand ich überraschend.

“Der Schatten” ist für mich das bisher beste Buch von Melanie Raabe.

Der Schatten | Melanie Raabe | btb Verlag | 2018 | Broschiert | 416 Seiten | ISBN: 978-3442757527 | Preis: 16,00 Euro

*Dieses Buch habe ich kostenlos zur Rezension erhalten.

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