Am Meer

Meer von Erich Fried

Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren
und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen 
Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen nur Meer 
Nur Meer

(Erich Fried)

Ich habe in den letzten Wochen und Monaten lange am Meer gesessen. Physisch wie auch in Gedanken. In Folge dessen, war es nicht nur hier, sondern auch auf allen anderen meiner Social Media Kanäle ruhig. Ein perfektes Bild für Instagram zu arrangieren, einen lustigen Tweet für Twitter und eine tolle Rezension für den Blog zu schreiben wurden immer mehr zum “Sollen”. Die Pause war notwendig und hat gut getan. Jetzt bin ich wieder da, mit viel Lust aufs machen aber eben ohne “Sollen”.

                                          

2 Kommentare bei „Am Meer“

  1. Ein wunderschönes Gedicht und ein ebenso schönes Foto. 🙂

    Ich freue mich zu lesen, dass du Zeit fürs Meer hattest und am Meer warst! Ein “Sollen” oder “Müssen” sollte ein Blog nicht sein – zumindest nicht, wenn man ihn “nur” privat betreibt. Umso schöner, dass du wieder Lust aufs Bloggen hast. 🙂

    1. Vielen lieben Dank :).

      Das sehe ich auch so, es sollte kein “müssen” sein. Aber manchmal passiert es dann eben doch dass es das wird. Also ist es wichtig sich damit auseinanderzusetzen. Und auch trotz Pause war es nie eine Option den Blog ganz aufzugeben, dafür hänge ich einfach viel zu sehr daran.

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